20.01.2015 von Matthias Schäffer - Karl Schäffer Steinmetzbetrieb

Marmor, Stein und Eisen bricht, aber...

... unsere Liebe nicht! Wie WERTe aus Stein dauerhaft wiederhergestellt und erhalten werden können

Sandsteinsanierung und Sandsteinrestaurierung

Bröselnder Sandstein, ausgewaschene Sandsteinsockel, herunterfallende oder absturzgefährdete Sandsteinelemente. An den Häusern der Gründerzeit, an denen viel Sandstein verbaut wurde, nagt der Zahn der Zeit. Die Häuser sind 80 - 120 Jahre alt, an vielen Fassaden wurde bisher wenig oder nichts gemacht, an anderen wiederum wurden in den 1950er-1970er Jahren stellenweise Sanierungen vorgenommen die, nach heutigem Kenntnisstand, dem Sandstein eher noch geschadet haben. Es gibt zwei gute Gründe, weshalb man die Verwitterung an den Sandsteinelementen aufhalten sollte. Zum einen geht es darum, Kulturgüter zu erhalten und möglichst im originalgetreuen Zustand zu sanieren. Zum anderen erfüllen die Sandsteinelemente an den Fassaden und im Sockelbereich wichtige Aufgaben. Die Fensterbänke und durchlaufenden Gesimse haben die Aufgabe, Wasser von der Fassade wegzuleiten um Schäden durch eindringende Feuchtigkeit oder herablaufendes Wasser zu verhindern. Die Sandsteine im Sockelbereich sollen die aus dem Fundament aufsteigende Feuchtigkeit nach außen transportieren. Deshalb dürfen Sandsteinsockel niemals gestrichen oder verputzt werden. Feuchte Keller oder Wände sind die Folge wenn man es trotzdem tut.

Was tun?

Wie soll man also vorgehen wenn man eine solche Immobilie besitzt oder für deren Erhalt verantwortlich ist?
Wer sind die richtigen Ansprechpartner?
Wie kann ich als Laie beurteilen, welches der sinnvollste Sanierungsweg ist?

Erster Ansprechpartner, wenn es um Sandstein geht, ist der Steinmetz. Ein Steinmetz mit entsprechender Erfahrung in der Sandsteinsanierung und Denkmalpflege kann eine Fassadensanierung komplett planen und koordinieren. Sobald statische oder bauphysikalische Belange betroffen sind oder mehrere Gewerke sinnvoll aufeinander abgestimmt werden müssen, ist es ratsam, einen Architekten hinzuzuziehen. Auch dieser sollte Erfahrung mit denkmalgeschützten Gebäuden haben. Wenn das Gebäude mit hohen Denkmalschutzauflagen belegt ist oder auch andere, denkmalschutzrelevante Bereiche saniert werden sollen, kann es sinnvoll sein, einen Restaurator mit der Erstellung eines Sanierungsplanes zu beauftragen. Adressenlisten mit Steinmetzen, Architekten und Restauratoren erhält man bei den zuständigen Denkmalämtern, Innungen und Kammern.

Das richtige Vorgehen

Die Vorgehensweise und der Sanierungsansatz sind bei Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen und solchen, die es nicht tun etwas unterschiedlich. Bei denkmalgeschützten Gebäuden muss nach der Angebotsphase zwingend ein Schadensplan der Fassade erstellt werden. Auf diesem muss kenntlich gemacht werden, welcher Bereich wie stark geschädigt ist. Ebenso muss eingetragen werden, ob Steinersatzmörtel, Vierungen, das sind kleine Sandsteinteile die passgenau in Schadstellen eingesetzt werden oder komplett neue Sandsteinelemente verwendet werden. Ebenso muss vermerkt werden welcher Sandstein, welcher Ersatzmörtel, welche Chemieprodukte etc. verwendet werden. Die Erstellung einer Fotodokumentation ist obligatorisch. Über den Umfang der Dokumentation entscheidet das zuständige Denkmalamt. Es ist auch berichtigt, Auflagen über die Art der Ausführung und zu verwendende Materialien zu machen. Bei denkmalgeschützten Objekten gilt immer und ohne Ausnahme der Grundsatz „Erhalt geht vor Austausch“.

Restaurierung

Dabei werden dann oft auch stark geschädigte Steine durch chemische Verfestigung oder aufwändiges Schließen der Risse konserviert, anstatt die betreffenden Steine komplett oder teilweise auszutauschen.  Dies bedeutet im Endeffekt, dass eine Sandsteinsanierung nicht Jahrzehnte vorhält, sondern in Abständen von 10-20 Jahren regelmäßig an der Fassade erhaltende Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Neueste Gutachten zeigen jedoch, dass diese Vorgehensweise nicht nur sehr substanzschonend ist, sondern auch, auf den Lebenszyklus der Fassade berechnet, die wirtschaftlichste Vorgehensweise ist. Deshalb setzt sich dieses Vorgehen mittlerweile auch mehr und mehr an Fassaden und Sockelbereichen ohne Denkmalschutzauflagen durch. Trotzdem wird an solchen Objekten in der Regel großzügiger mit neuen Steinen und Austausch ganzer Bereiche gearbeitet, damit der Zeitraum bis zur nächsten Sanierung möglichst groß wird. Wenn kein Denkmalschutz besteht, kann allerdings auf eine umfangreiche Dokumentation verzichtet werden. Es sollte aber mindestens eine Liste mit den verwendeten Werkstoffen der Abrechnung beiliegen bzw. sollten diese auf der Rechnung vermerkt sein.

 

Den einzig richtigen Sanierungsweg in der Sandsteinrestaurierung gibt es nicht. Jedes Objekt muss für sich beurteilt und die Maßnahmen zum Erhalt der Immobilie individuell bestimmt werden. Welche Produkte für welche Fassade in Frage kommen, sollte die ausführende Firma entsprechend ihrer Erfahrung beurteilen. Wichtig ist, wie bei allen Baumaßnahmen, das Fachfirmen beauftragt werden. In der Sandsteinsanierung und –restaurierung ist das der Steinmetz. An Sandsteinen, insbesondere an alten Fassaden, sollte kein fremdes Gewerk wie Maler, Stuckateur, Maurer oder andere arbeiten, es sei denn auf Anweisung oder unter Aufsicht des Steinmetzes.

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