11.03.2014 von Alexander Mayer-Steudte

Das Fenster mit den drei Fs: das Kunststofffenster

Hügel aus buntem Kunststoffgranulat

Fenster mit PVC-Rahmen (PolyVinylChlorid) werden als Kunststofffenster bezeichnet. Diese haben sich als günstigste Ausführungsvariante beim Wohnungsbau flächendecken durchgesetzt – sowohl im Neubau wie auch in der Sanierung. Allein ein Blick in die Baumärkte zeigt hier ein breites Angebot fertig konfektionierter Fenster zum selber einbauen. Diese haben ihren Ursprung meistens in osteuropäischen Ländern, wo einheitliche Serien in großer Stückzahl hergestellt und günstig auf den Deutschen Markt geliefert werden. Der enorme Preisvorteil verpufft etwas, sobald Fenster auf Maß gefertigt werden müssen.

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Viele Punkte sprechen für Kunststofffenster: neben dem günstigen Preis sind neben dem Standardweiß verschiedene Farben lieferbar. Sobald die Farbwünsche ausgefallener sind, muss mit Mehrkosten gerechnet werden. Kunststoffrahmen gelten als pflegeleicht und nicht verrottbar. Dies ist grundsätzlich auch so, jedoch kann Kunststoff bei extremen Witterungsverhältnissen und Temperaturunterschieden wie sie in Deutschland üblich sind (große Temperaturunterschiede zwischen warmer und kalter Jahreszeit) im Verlauf der Jahre spröde werden und kaputt gehen. Durch Bewitterung und Sonneneinstrahlung entstehende Verfärbungen können auch mit speziellen Kunststoffreinigern nicht mehr aus dem Material entfernt werden, die Kunststofffenster werden daher im Alter nicht schöner.

Die hohe Systematisierung und Professionalisierung bei der Bestellung, dem Aufmaß und dem Einbau von Kunststofffenstern und Kunststoffhaustüren hat für die Kunden den großen Vorteil, dass normalerweise weder eine genauere Planung noch eine fachliche Beratung durch einen Architekten erforderlich wird. Nahezu alle Fragen können mit einem der zahlreichen Fensterverkäufer so weit geklärt werden, dass keine besonderen Probleme auftreten. Die in den Bestellbestätigungen ausführlich beschriebenen Ausstattungen, Anschlüsse und sonstige Details sollten dennoch aufmerksam und kritisch durchgelesen und durch entsprechende Nachfragen geklärt werden, denn hier können sich durchaus für den Kunden ungünstige Abweichungen von Technischen Regeln oder Normen finden.

Ein paar kritische Punkte trüben das Bild ein, welches wir normalereise von Kunststoffenstern haben: Die Fensterhersteller lassen den Eindruck aufkommen, dass das Recycling alter Kunststoffenster normal und unproblematisch ist. Beim Blättern durch die Google-Ergebnisse gewinnt ab der vierten Seite ein anderes Bild an Schärfe: Von Verbands- und Herstellerseite sind die Voraussetzungen für den geschlossenen Stoffkreislauf von PVC-Rahmen geschaffen. Bisher gibt es jedoch nur einen sehr geringen Rücklauf von Altrahmen. Die meisten ausgebauten Rahmen werden deponiert - mit dem Problem, dass diese nie wirklich verrotten. Oder sie werden verbrannt, was zur Entstehung von sehr giftigen Substanzen führt.

Die beim Recycling gewonnenen Rohstoffe haben außerdem den Nachteil, dass diese nicht mehr weiß sind, und daher nicht uneingeschränkt für neue Fenster verwendet werden können. Der Ausgangsstoff für PVC, Vinylchlorid, kann beim Menschen Krebs erzeugen und wirkt erbgutverändernd. Auch andere Ausgangsstoffe der PVC-Herstellung sind bedenklich.

   

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